Gumpoldskirchen. Am Donnerstag, den 7. Mai 2026 luden Gemeinde, Volksschule Gumpoldskirchen und Elternverein gemeinsam mit dem Mobilitätsmanagement Niederösterreich zu einem Diskussionsabend rund um die Schulwegsicherheit im Ort ein. Im Fokus standen Ergebnisse und Maßnahmenvorschläge aus dem Schulworkshop „Sicherer Schulweg“. Dieser fand in den dritten Klassen der Volksschule statt. Ziel des Abends war es, anhand der Ergebnisse Freiwillige zu finden. Diese sollen in den Morgenstunden den Verkehr anhalten, damit die Kinder auf ihrem Schulweg sicher über die Straße gelangen.
Bürgermeisterin Dagmar Händler begrüßte zur Ergebnispräsentation interessierte Eltern, Bürgerinnen und Bürger und freute sich über die rege Beteiligung:
„Mit diesem Projekt setzen wir einen Startschuss das Thema Schulwegsicherheit in Gumpoldskirchen ganzheitlich zu bearbeiten, motivierte Personen einzubinden, um Schulwege attraktiver und sicherer für unsere Schülerinnen und Schüler zu gestalten.“
Volksschuldirektorin Karin Sautner appellierte an die Anwesenden die Kinder wieder verstärkt zu Fuß und mit dem Roller in die Schule kommen zu lassen:
„Denn das sorgt nicht nur für ein verkehrsberuhigtes und sicheres Schulumfeld durch weniger Elterntaxis, sondern ermöglicht den Kindern den Tag mit Bewegung, Freunden und an der frischen Luft zu starten. Dies fördert die Gesundheit und stärkt die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht.“
Kernstück des Abends war die Suche nach verkehrstechnischen und -sicheren Maßnahmen, auf Basis der Workshop-Ergebnisse und dem Einzugsbereich der Volksschulkinder, um die Schulwege in Gumpoldskirchen ein Stück sicherer zu gestalten.

Wahrnehmungen und Maßnahmen für einen sicheren Schulweg
So wurden vor allem schwierige Querungssituationen besprochen, mit dem Ziel festzustellen, wo der Einsatz einer Schulwegpolizei sinnvoll ist. Kreuzungen, wo die Polizei bereits in der Früh steht, sowie Schutzwege im direkten Schulumfeld wurden beim Workshop von den 3.-Klässlern als positiv bewertet. Insgesamt wurden von ihnen zehn Kreuzungssituationen als unsicher oder gefährlich eingestuft.
Diese Standorte nahmen Verkehrsberaterin Wibke Strahl-Naderer und Polizeiinspektionskommandant Alexander Deutsch bei einem Lokalaugenschein genauer unter die Lupe und identifizierten drei bis vier Hotspots. Besonders sticht dabei der Bereich rund um die Heidestraße hervor, wo sich viele Jungfamilien angesiedelt haben. Die Heidestraße wird folglich von vielen Kindern am Weg zur Schule – entweder über den Schotterweg oder beim Kreisverkehr – gequert.

Schulwegpolizei trägt zu sicherem Schulweg bei
„Insbesondere an Stellen, wo keine Sichtachsen vorhanden oder jegliche verkehrstechnischen Möglichkeiten erschöpft sind, können Schulwegpolizisten und -polizistinnen unterstützen. Dies funktioniert allerdings nur durch entsprechendes Engagement der Bevölkerung“,
ist Polizeiinspektionskommandant Alexander Deutsch überzeugt. Eine entsprechende Ausbildung von rund zwei Stunden inklusive kostenfreier Unfall- und Haftpflichtversicherung der NÖ Versicherung ermöglicht bereits die Tätigkeit der Schulwegpolizei an festgelegten Standorten.
Einen persönlichen Erfahrungsbericht gab es aus Guntramsdorf, wo die Schulwegpolizei bereits seit drei Jahren erfolgreich im Einsatz ist. Das Beispiel zeigt auf, es braucht eine gewisse kritische Masse an engagierten Personen, um eine Schulwegsicherung langfristig zu garantieren. Daher konnte man sich direkt vor Ort in eine Interessentenliste eintragen. Weitere Personen werden noch gesucht, denn der Erfolg des Projektes ist nur gewährleistet, wenn es von vielen Schultern gemeinsam getragen wird.
Volksschule und Elternverein werden hier gemeinsam tätig, um einen Freiwilligenstamm aufzubauen. Mitinitatorin und Elternvereinsobfrau Sabine Maxian ist voller Tatendrang:
„Wir freuen uns über die positive Resonanz der Gemeinde und der Volksschule hinsichtlich einer Verbesserung der Schulwege für alle Schüler. Einer der nächsten Schritte wird der Aufbau einer ‚Schulwegpolizei‘ sein. Dafür suchen wir Freiwillige in Gumpoldskirchen.“
„Ich finde es toll auf dem Weg meine Freunde zu treffen.“
Das ein aktiver Schulweg wertvoll ist, zeigen auch die Aussagen und Zeichnungen der Schülerinnen und Schüler. Wer aktiv unterwegs ist, hat ein besseres Orientierungsvermögen und bewegt sich selbstständiger im Ort. Die Zeichnungen der Kinder, die zu Fuß oder mit dem Roller in die Schule kommen, waren durchwegs detailliert und haben Anhaltspunkte auf den Schulwegen aufgegriffen. Wer mit dem Auto gebracht wird, kann diese Erfahrungen nicht machen.


Besonders beliebt bei den befragten Kindern ist der Schotterweg, weil er abseits vom Verkehr verläuft. Ebenso wichtig ist der soziale Austausch, Freunde auf dem Schulweg treffen oder gar von zu Hause abzuholen, finden viele Kinder besonders toll.
Daher lassen Sie ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Roller in die Schule kommen, üben Sie den Weg, besprechen Sie Gefahrenstellen und tragen Sie bei Möglichkeit durch ehrenamtliche Tätigkeit bei der Schulwegpolizei zu einem sicheren Schulweg in Gumpoldskirchen bei.

