Beim Landespiloten „Sicherer Schulweg“ des Mobilitätsmanagements Niederösterreich der NÖ.Regional handelt es sich um einen Workshop, bei dem sich alles, um die Sicht der Kinder dreht. Dabei wurden die Volksschulkinder gefragt: Wie komme ich zur Schule? Zu Fuß, mit dem Roller oder werde ich mit dem Auto gebracht? Was gefällt mir an meinem Schulweg? Wo fühle ich mich unwohl? Oder wo habe ich sogar Angst?
Für die dritten Klassen hieß es in zwei Unterrichtsstunden herauszuarbeiten, was sie sich für ihren Schulweg wünschen, um sicher und selbstständig in die Schule zu gehen. Zur besseren Verortung diente ein 2×2 m großer Planteppich, zur Verfügung gestellt vom Mobilitätsmanagement, auf dem die Heimatgemeinde aus der Luft abgebildet ist. Über diesem Luftbild gebeugt, suchten die Kinder ihren Wohnstandort, ihren Schulstandort und vor allem, wie der Weg dazwischen von oben aussieht.

(c) NÖ.Regional
Neben dem gemeinsamen Entdecken auf dem Luftbild Gumpoldskirchens, fertigten die Schülerinnen und Schüler Zeichnungen an. Diese liefern ein Bild, wie sich die Kinder ihren Schulweg im Idealfall vorstellen und wie sie ihn derzeit wahrnehmen.

Bürgermeisterin Dagmar Händler ist klar „bei der Verbesserung der Schulwegsituation in Gumpoldskirchen müssen auch die Kinder eingebunden werden. Sie wissen am besten, wo sie sich wohl oder unwohl fühlen“. „Außerdem ergibt sich so die Möglichkeit, den Ort einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen“, ergänzt Direktorin Karin Sautner.
Damit das Format auch im Folgejahr – dann ohne Unterstützung vom Mobilitätsmanagement – fortgesetzt werden kann, nahmen am Workshop auch die Gemeinderätinnen Martina Möstl-Frais und Maria von Balthazar sowie Sabine Maxian und Petra Müller-Waltenberger vom Elternverein teil, um das Wissen weiterzutragen.
Sie freuen sich über das Zustandekommen des Workshops: „Als Elternverein initiieren und unterstützen wird dieses Projekt sehr gerne, weil es die Perspektive der Kinder in den Mittelpunkt stellt. Ein sicherer Schulweg ist die Grundlage dafür, dass unsere Kinder selbstständig und mit einem guten Gefühl zur Schule gehen können.“
Suche nach Schülerlotsen
Die Marktgemeinde suchte gemeinsam mit der Volksschule nach Lösungen zur Gestaltung eines sicheren und selbstständigen Schulwegs ihrer Kinder. Denn es gibt auch im Gemeindegebiet von Gumpoldskirchen unübersichtliche Kreuzungssituationen. Damit die Volksschulkinder jedoch sicher und selbstständig in die Schule gelangen können, ist die Idee zur Installation von Schülerlotsen aufgekommen. Sie sollen an neuralgischen Stellen im Ortsgebiet den Kindern über die Straße helfen.
Verkehrsberaterin Wibke Strahl-Naderer gab bei einer Verkehrsberatung neben allgemeine Informationen zur Schülerlotsentätigkeit bzw. Schulwegpolizei (siehe www.schulerlotsen-noe.at) auch Vorschlägen zu begleitenden Maßnahmen. So wurde der Workshop „Sicherer Schulweg“ in Kombination mit der Suche von Schülerlotsen gemeinsam mit Gemeinde, Elternverein und Schule erarbeitet – unser neuer Landespiloten mit Planteppich und aktiver Beteiligung der Volksschulkinder.
Wie geht es weiter?
Die Workshop-Ergebnisse präsentiert das Mobilitätsmanagement bei einem gemeinsamen Elternabend im Mai für die ganze Schule. Diese sollen für die Gemeinde ein Leitfaden sein, wo aus Sicht der Kinder Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig aber auch jene Stellen aufzeigen, wo es einen Bedarf an Schülerlotsen gibt. Der Elternabend dient aber auch zur Sensibilisierung der Eltern sich von der örtlichen Polizei kostenfrei zum Schülerlotsen ausbilden zu lassen. Nur durch die Unterstützung Freiwilliger wird die Initiative zum Leben erweckt – für mehr Eigenständigkeit der Kinder und aktive Mobilität im Ort. Denn die Schülerlotsentätigkeit beruht auf tatkräftiger Unterstützung von Freiwilligen, die nach einmaliger Einschulung und Ausstattung die Kinder zu Schulanfangs und -endzeiten sicher über die Straße begleiten. Daher sind hiermit alle Bürger und Bürgerinnen herzlich eingeladen, sich in der Schulwegsicherung zu engagieren.

